Ist Regenwassernutzung hygienisch bedenklich?

Die Verwendung von Regenwasser aus guten Regenwassernutzungsanlagen ist in der Regel hygienisch unbedenklich. Untersuchungen bestätigen, dass z.B. mit Regenwasser gewaschene Wäsche weder ein schlechteres Waschergebnis noch einen erhöhten Keimgehalt aufweist.

Ein Leiturteil zum Thema Wäsche waschen wurde vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am 31.03.10 positiv entschieden. Das Gericht wies die Revision eines Wasserversorgungsverbandes mit der Begründung zurück, dass die Trinkwasserverordnung in Übereinstimmung mit dem europäischen Recht nur regelt, dass in jedem Haushalt ein Trinkwasseranschluss zur Verfügung stehen muss. Es wird jedoch nicht das Verbraucherverhalten reglementiert, so dass der Verbraucher seine Wäsche im Haushalt auch mit Brunnenwasser oder auch mit Regenwasser waschen darf. Zudem ist beim Betrieb einer Waschmaschine mit weichem Regenwasser wesentlich weniger Waschmittel notwendig und auf Weichspüler kann völlig verzichtet werden!

Dennoch sind Verunreinigungen des Regenwassers nicht vollkommen ausgeschlossen. Deshalb ist der Gebrauch von Regenwasser als Lebensmittel, für die Zubereitung von Speisen oder auch für die Körperreinigung nicht zulässig! Die Trinkwasserverordnung verbietet keine Regenwassernutzungsanlagen. Wer das Regenwasser aber für WC und Waschmaschine verwenden möchte, muss sich an bestimmte Regeln halten:

Die Installation einer Regenwassernutzungsanlage ist dem Wasserversorger und dem Gesundheitsamt zu melden. Gemäß Paragraph 17 Absatz 2 Trinkwasserverordnung sind Trinkwasserleitungen und Regenwasser führende Leitungen dauerhaft farblich unterschiedlich zu kennzeichnen sowie die Entnahmestellen für Regenwasser dauerhaft als solche zu kennzeichnen. Regenwassernutzungsanlagen dürfen nicht direkt mit der Hausinstallation verbunden werden. Die Verbindung von Trinkwasseranalgen mit Nichttrinkwasseranalgen ist nicht zulässig. Auf Grund der großen Gefahr für Trinkwassersysteme ist nur eine mittelbare Verbindung über freien Auslauf auf Dauer zulässig (DIN 1988 Teil 4).

Sorgfältig geplante und installierte Regenwassernutzungsanlagen befolgen selbstverständlich die gesetzlichen Vorgaben und verfügen in der Regel über eine Wasserqualität die deutlich höher liegt als die Qualität die der Gesetzgeber für Badegewässer fordert.

 

Siehe auch:

Regenwassernutzung – gesetzliche Anforderungen

Anforderungen an die Zisterne