Ist Regenwassernutzung sinnvoll?

Das Thema Regenwassernutzung wird bedingt durch seine Vielschichtigkeit kontrovers diskutiert. Es gibt glühende Befürworter der Regenwassernutzung aber auch einen Personenkreis der diese Technik strikt ablehnt! Während für die Befürworter der ökologische Nutzen das schlagkräftigste Argument für die Installation einer Regenwassernutzungsanlage ist, zweifeln die Gegner die Wirtschaftlichkeit einer Regenwassernutzungsanlage an.

Nachfolgend möchten wir Ihnen, dem interessierten Leser Informationen an die Hand geben, so dass Sie sich selbst eine Meinung zum Thema „Regenwassernutzung“ bilden können.

 

Der umweltpolitische Aspekt:

Wussten Sie, dass Trinkwasser im Grunde genommen ein Lebensmittel ist? Trinkwasser ist sogar unserer wichtigstes Lebensmittel! Es kann durch nichts ersetzt werden. Wir brauchen es täglich in genügenden Mengen und guter Qualität nach der Trinkwasserverordnung (EU-Länder). Täglich verliert der Körper zirka zwei bis drei Liter Flüssigkeit. Ohne Nahrung kann der Mensch einige Wochen auskommen. Ohne Wasser übersteht er etwa drei Tage. Obwohl Deutschland kein Land mit Wassermangel ist, bestehen dennoch Einschränkungen in der Nutzung von Wasservorräten als qualitativhochwertiges Trinkwasser.

Diese Nutzungseinschränkungen werden durch die stetig zunehmenden Verunreinigungen des Grundwassers aus Industrie und Landwirtschaft verursacht. Düngerrückstände aus der Landwirtschaft sowie industrielle Chemikalien belasten die Grundwasserreserven zunehmend.

Die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem, qualitativ hochwertigem Grundwasser wird immer anspruchsvoller, technisch aufwendiger und damit auch teurer! Dennoch drehen wir mit der größten Selbstverständlichkeit den Wasserhahn auf und verwenden wertvolles Trinkwasser beispielsweise für die Toilettenspülung. Die Trinkwasserversorgung der dichtbesiedelten Ballungsräume stellt die Versorgungsunternehmen vor große Herausforderungen. Zu hohe Grundwasserentnahmen haben fatale Auswirkungen auf die Natur. In den Quellgebieten sinken die Grundwasserstände, Feuchtgebiete trocknen aus, wertvolle, artenreiche Biotope gehen unwiderruflich verloren.

 

Es geht auch anders!

Wer in Haus und Garten überall dort, wo eine Trinkwasserqualität nicht unbedingt erforderlich ist, Regenwasser nutzt kann den Trinkwasserverbrauch um bis zu 50% reduzieren! Wozu kostbares Trinkwasser verschwenden, wenn es mit der Regenwassernutzung eine perfekte Alternative gibt?

Regenwasser eignet sich optimal für:

  • die Gartenbewässerung
  • die WC-Spülung
  • zum Wäschewaschen
  • zum Putzen und Reinigen

Durch eine ganzjährige tägliche Nutzung von Regenwasser für die Toilettenspülung und das Wäschewaschen ergibt sich der große Spareffekt der Regenwassernutzung. Die Grundwasservorräte werden durch eine ganzjährige Verminderung der Wasserförderung geschont.

 

Hygienisch unbedenklich!

Die Verwendung von Regenwasser aus guten Regenwassernutzungsanlagen ist in der Regel hygienisch unbedenklich. Untersuchungen bestätigen, dass z.B. mit Regenwasser gewaschene Wäsche weder ein schlechteres Waschergebnis noch einen erhöhten Keimgehalt aufweist.

Ein Leiturteil zum Thema Wäsche waschen wurde vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am 31.03.10 positiv entschieden. Das Gericht wies die Revision eines Wasserversorgungsverbandes mit der Begründung zurück, dass die Trinkwasserverordnung in Übereinstimmung mit dem europäischen Recht nur regelt, dass in jedem Haushalt ein Trinkwasseranschluss zur Verfügung stehen muss. Es wird jedoch nicht das Verbraucherverhalten reglementiert, so dass der Verbraucher seine Wäsche im Haushalt auch mit Brunnenwasser oder auch mit Regenwasser waschen darf. Zudem ist beim Betrieb einer Waschmaschine mit weichem Regenwasser wesentlich weniger Waschmittel notwendig und auf Weichspüler kann völlig verzichtet werden!

Dennoch sind Verunreinigungen des Regenwassers nicht vollkommen ausgeschlossen. Deshalb ist der Gebrauch von Regenwasser als Lebensmittel, für die Zubereitung von Speisen oder auch für die Körperreinigung nicht zulässig! Die Trinkwasserverordnung verbietet keine Regenwassernutzungsanlagen. Wer das Regenwasser aber für WC und Waschmaschine verwenden möchte, muss sich an bestimmte Regeln halten!

Die Installation einer Regenwassernutzungsanlage ist dem Wasserversorger und dem Gesundheitsamt anzuzeigen. Gemäß Paragraph 17 Absatz 2 Trinkwasserverordnung sind Trinkwasserleitungen und Regenwasser führende Leitungen dauerhaft farblich unterschiedlich zu kennzeichnen sowie die Entnahmestellen für Regenwasser dauerhaft als solche zu kennzeichnen. Regenwassernutzungsanlagen dürfen nicht direkt mit der Hausinstallation verbunden werden. Die Verbindung von Trinkwasseranalgen mit Nichttrinkwasseranalgen ist nicht zulässig. Auf Grund der großen Gefahr für Trinkwassersysteme ist nur eine mittelbare Verbindung über freien Auslauf auf Dauer zulässig (DIN 1988 Teil 4).

Sorgfältig geplante und installierte Regenwassernutzungsanlagen befolgen selbstverständlich die gesetzlichen Vorgaben und verfügen in der Regel über eine Wasserqualität die deutlich höher liegt als die Qualität die der Gesetzgeber für Badegewässer fordert.

 

Fazit:

Unter ökologischen Aspekten ist die Anschaffung einer Zisterne zur Regenwassernutzung absolut zu befürworten.